Ludwig Wittgenstein II

 

 

Gegenwart

 

  

Nur wer nicht in der Zeit, sondern in der Gegenwart lebt, ist glücklich“ ...sagte Ludwig Wittgenstein „am 8.7.1916 und verwies damit auf die Problematik von Zeit, die ihn wie viele andere Philosophen beschäftigte.“

Mag. Dr. Ilse Somavilla 

Hallo Frau Somavilla,

 

ist es nicht tatsächlich so, dass wir alle zusammen gar nicht woanders leben können, als in der Gegenwart – glücklich, oder auch nicht? Jedenfalls kenne ich (bisher 🙂) niemanden, der je in der Lage war, zu einer „anderen Zeit“ als jetzt zu leben.


Es gibt keine Zeit.


Die uns seit den Kindertagen beigebrachten „verschiedenen Zeiten“ sind bloß Gedanken-Konstruktionen. Als solche sind sie uns in unserer sozialen Umgebung, obwohl nicht real, so doch (wie viele andere auch) hilfreich – im Sinne von nützlich.

Also müssen wir zunächst die „Wirklichkeit“ von einer erdachter „Konstruktion“ deutlich unterscheiden, wenn wir dem schönen Begriff „Philosophie“ gerecht werden wollen.

Der Satz des Ludwig Wittgenstein:

Nur wer nicht in der Zeit, sondern in der Gegenwart lebt, ist glücklich“ ist kein intellektuelles Ergebnis, sondern eine beobachtete, eine wahrgenommene Tatsache. Oder ist es Ihnen schon mal gelungen, in einem der Konstrukte „Vergangenheit“ oder „Zukunft“ glücklich zu sein? „Dort“ zu leben ist uns nicht möglich.

 

Leben können wir

NUR gegenwärtig. 

 

Ob bewusst oder unbewusst, das steht auf einem anderen Blatt. 

 

Der Satz des Ludwig ist also nicht das Ergebnis (s)einer Denkarbeit, sondern schlichtes Erkennen via Beobachtung. Und die ist jedem möglich, der ein wenig die Intelligenz nutzen mag und... an der Wahrheit interessiert ist.


Frau Somavilla: „..ohne dass dabei über den Zeitbegriff diskutiert wird“

 

Der Begriff „Zeit“ ist keiner, der diskutiert werden muss, sondern einer, der von der Wirklichkeit unterschieden werden muss.


Frau Somavilla: „...das Problem von Zeit und Gegenwart...“


Ich sehe hier kein Problem, das gelöst werden müsste, sondern nur das Erfordernis der Unterscheidung:

 

◾ Idee der ZEIT 
◾ Wirklichkeit der GEGENWART

 

Frau Somavilla: „Satz vom „Leben in der Gegenwart“ auch in späteren Jahren seine Gültigkeit nicht verloren“


Es ist doch nicht wichtig, ob der Ludwig W. in späteren Jahren von seiner Erkenntnis abgerückt ist, sondern zu sehen, was wirklich ist. (Mal davon abgesehen, dass man von einer Erkenntnis gar nicht abrücken kann wenn (!) es denn eine war.)

Die Erkenntnisse des Herrn Wittgenstein gehören ausschließlich ihm. Jede einzelne Erkenntnis können nur wir selber gewinnen. Selbst die größte Bibliothek der Welt... kann uns dabei nicht helfen.

Wenn ich Ihre Conclusio richtig verstanden habe, geben Sie selbst auch dem Gegenwärtig-sein (gegenüber dem bloßen Denken) den Vorzug.


Wer im gegenwärtigen Augen-
blick lebt, lebt in der Ewigkeit.

 

Ludwig Josef Johann Wittgenstein

So ist es. Das ist keine bloße intellektuelle Formulierung, sondern die Feststellung eines Herrn Wittgenstein. Ihr Wahrheitsgehalt ist nicht objektivierbar, kann jedoch (prinzipiell) von Jedermann gesehen werden.


Erkenntnis erfordert keinerlei akademische Vorbildung, 
nur eine gewisse Geistige Reife. Sie benötigt Bewusstheit.


Bewusstheit = Augenblickliches Gewahrsein – ohne urteilende Einmischung des Intellekts.


Lieben Gruß,

Nirmalo J.Schröder 

 

28. 04. 2017 16:05

  

 

  

Sehr geehrter Herr Schröder,

 

danke für Ihre Bemerkungen.

Allerdings ersehe ich daraus, dass Sie den Satz von Wittgenstein "Nur wer nicht in der Zeit, sondern in der Gegenwart lebt, ist glücklich" keineswegs verstanden haben.

 

Bei allem Respekt für eine realistische Betrachtung der Welt genügt diese dazu nicht, sonders es bedarf, wie Sie selbst schreiben, einer geistigen Reife. An dieser aber mangelt es Ihnen offenbar.

 

Mit freundlichen Grüßen, 

Ilse Somavilla

 

03. 05. 2017 10:30 

 

Zeit, Wittgenstein, NOW,
Die einzig real existierende Zeit: JETZT !

Sehr geehrte Frau Mag. Dr. Ilse Somavilla,

 

wahrscheinlich habe ich einen Teil Ihrer schlechten Note auf meine eMail vom 28.4.2017 meiner nicht wirklich standesgemäßen Anrede zu verdanken.

 

Denn dass meine Anmerkungen auf einen kleinen Teil Ihres Textes einen derart unterirdischen Eindruck auf Sie gemacht haben sollten (wie Ihre Antwort vermuten lässt), glaube ich nicht. Da Sie u.a. an Ludwig Wittgenstein sehr interessiert zu sein scheinen, hegen Sie doch bestimmt eine gewisse Neugierde, wie andere Menschen (außerhalb der Fakultät) auf dessen Äußerungen eingehen. Und eine gute Freundin hat mich erst darauf aufmerksam gemacht, dass die Anrede in Österreich noch mehr an Wichtigkeit einfordert, als bei uns in Deutschland.

 

Mit den Höflichkeits-Gesten habe ich ein bisschen meine „Probleme“, da ich die Wahrhaftigkeit, die Authentizität sehr gerne der Höflichkeit, also der äußeren Form, vorziehe. Sie sind für mich Kinderkram (2).

 

Mein Respekt Formalien gegenüber mag sich in überschaubaren Grenzen halten, dafür ist er dem einmaligen Wesen, der Würde, der Wahrheit und der Weisheit des einzelnen Menschen gegenüber um so größer.

 

Mir geht es nicht darum, mich auf einer persönlichen Ebene zu messen oder mich zu streiten (Ego-Spielchen), sondern ich reagiere auf Impulse, die bestimmte Text-Passagen auslösen (Inspiration) und nehme darauf gerne in klarer Form Bezug, also... direkt zur Sache.

 

In medias res – aber nicht "persönlich" (Ego-Schiene).

 

Sie sagten mir, ich hätte "den Satz von Wittgenstein "Nur wer nicht in der Zeit, sondern in der Gegenwart lebt, ist glücklich" keineswegs verstanden". Das ist sehr gut möglich. Aber dann wäre es lieb von Ihnen, wenn Sie mich darüber ein wenig (aus Ihrer Sicht heraus) aufklären, bzw. Ihr Verstehen kommunizieren würden. 

 

Zur Erklärung sollte ich sagen, dass mich, wenn ich auf ein Zitat von wem auch immer antworte, kein (oder höchst selten ein) “Hintergrund-Wissen” dazu interessiert. Weder interessiert mich die damalige Befindlichkeit des Autors, noch ein sozialer, wirtschaftlicher, politischer oder sonst irgend ein Kontext, auch nicht die Authentizität der Wiedergabe oder die der Übersetzung und auch nicht die tatsächliche Urheberschaft und selbstverständlich nicht die aktuelle akademische Rezeption. Ich beziehe mich auf den kurzen Text-Ausschnitt, wie ich ihn in diesem Moment vor mir sehe.

 

Das sagt bereits, dass ich von Ihnen, außer diesen Vortrag, nichts weiter und von Herrn Wittgenstein auch nur die Zitate, auf die ich in Resonanz gehe, gelesen habe.

 

Die Freundin wird wohl noch nicht zufrieden sein, aber... vielleicht konnte ich mich ein bisschen erklären?

 

Mit dieser Mail sende ich Ihnen noch ein paar kurze Repliken auf einige Passagen Ihres Vortrags zu. Ich würde mich freuen, wenn Sie auf den einen oder anderen Punkt auf Ihre eigene (authentische) Weise antworten würden.

 

Mit freundlichen Grüßen, 

Nirmalo J.Schröder 

 

 

  

Sehr geehrte Frau Mag. Dr. Ilse Somavilla,

 

im Folgenden beziehe ich mich in der

 

Anlage 1 auf einige Textpassagen Ihres Vortrags und in

Anlage 2 auf ein paar Zitate des Ludwig Wittgenstein.

  

 

Oberhalb der Welt der Tatsachen

s

 

Mag. Dr. Ilse Somavilla: „Dem Bereich außerhalb der Welt der Tatsachen – dem Bereich des Nicht-Faßbaren, nicht rational Erklärbaren – näherte er (Wittgenstein) sich in einer teils mystischen, teils ethisch-religiösen Haltung, wobei er sich von detaillierten Erklärungsversuchen distanzierte.“

 

Anderes ist auch nicht möglich. Wir können nichts erklären, was wir nicht erklären können.

 

Im Bereich der Objekte haben wir (fast) keine Probleme mit dem Erklären. Sobald wir aber versuchen, über die Dinge oberhalb des Objektiven zu sprechen, geht es allenfalls sehr vage... in Bildern, in Metaphern  oder gar nicht.

 

Mag. Dr. Ilse Somavilla: Dabei stellt er (Wittgenstein) irreführende Metaphern fest, wie z.B. „die Gegenwart schwindet in die Vergangenheit“ oder das Gleichnis vom „Fließen der Zeit“

 

Ja, das sind irreführende Metaphern, weil das Gesagte schlicht nicht wahr ist.

 

Mag. Dr. Ilse Somavilla: Redewendungen, die uns im gewöhnlichen Sprachgebrauch geläufig und vom sogenannten „common sense“ als etwas Selbstverständliches angenommen,“

 

Ja, wir sind seit Kindesbeinen an Irreführungen gewöhnt.

 

Mag. Dr. Ilse Somavilla: verstanden und im alltäglichen Leben verwendet werden, insofern korrekt sind,“

 

Nein, sie sind nicht deshalb schon korrekt, weil sie „im alltäglichen Leben verwendet werden“.

 

Mag. Dr. Ilse Somavilla: aus philosophischer Sicht jedoch angezweifelt und hinterfragt werden müssen. Denn Zeit „fließt“ nicht durch den Raum wie ein Fluß durch die Landschaft noch kann man von einem „Ent-schwinden“ oder „Vergehen“ der Zeit sprechen.“

 

Zeit – die es gar nicht gibt, kann weder „fließen“, noch „entschwinden“.

 

Quizfrage: Wo genau liegt der Quell der Zeit? 😎 Scherz.

 

Selbstverständlich können wir Uhr und Kalender wie gehabt benutzen, obwohl es die ZEIT gar nicht gibt. Vieles wird in der Gesellschaft genutzt, obwohl es sich um Konstrukte handelt, die bloß auf Annahmen beruhen.

 

Ja, eine echte (!) Philosophie ist sowohl in der Lage, als auch willens, über eingeschlichene Unwahrheiten aufzuklären.

 

Mag. Dr. Ilse Somavilla: Zeit erweist sich vielmehr als etwas letztlich nicht Fassbares, nicht Erklär- und Definierbares – als etwas, das Philosophen vor unlösbare Probleme stellt.“

 

Kein Wunder: Es gibt sie ja auch gar nicht 🙂 die ZEIT. Sich mit etwas zu befassen, was es gar nicht gibt, macht keinen Sinn.

 

Mag. Dr. Ilse Somavilla: „...hinsichtlich der Problematik von Zeit und Gegenwart“

  

Es liegt keine Problematik vor.

 

Wir müssen nur deutlich unterscheiden zwischen Konzepten (z.B. Zeit) und dem, was wir Realität (z.B. Gegenwart) nennen.

 

Mag. Dr. Ilse Somavilla: „Das von Wittgenstein angesprochene „glückliche Leben in der Gegenwart“, das in Harmonie mit der Welt besteht, zeigt unverkennbare Parallelen zu Schopenhauer“

 

Wenn es so ist (was von Jedermann überprüfbar ist), dass wir einen momentanen Gemütszustand nur dann „glücklich“ nennen können, wenn auch Gegenwart (oder Gegenwärtigkeit) und Harmonie gegeben sind, dann ist es doch wurscht, wer das sonst auch noch beobachtet hat (z.B. ein Arthur Schopenhauer):

 

Disharmonie und Glück schließen sich aus.

Nichtpräsenz und Glück schließen sich aus.

 

Nicht als intellektuelle Schlussfolgerung, sondern als unmittelbar erlebbare (wenn auch nicht objektivierbare) Erfahrung oder Erkenntnis.

 

Mag. Dr. Ilse Somavilla: „Entscheidend für das Glücklichsein ist dabei nicht nur die Enthebung über Zeit und Raum, sondern die Hinwendung zum Geistigen“

 

An dieser Stelle muss dringend zwischen dem flüchtigen „Glück“ und der länger andauernden „Zufriedenheit“ unterschieden werden.

 

Die „Hinwendung“ zum neuen Auto bewirkt ein zeitlich begrenztes Glücksgefühl.

 

Zufriedenheit aber... bedarf keiner „Hinwendung“. Auch nicht eine „zum Geistigen“. Sie bedarf zudem auch keiner „Enthebung“. Ganz anders als die Suche nach Glück, ist Zufriedenheit die Folge einer Erkenntnis oder... Indiz für einen hohen Grad an Geistiger Reife.

 

Zufriedenheit kennt keine

Ursache  sie ist grundlos.

 

Ohne den Begriff hier weiter zu bemühen, sollte

noch „Seligkeit“... wenigstens genannt werden.   

Differenzierung = ist eines der wichtigsten (!) Werkzeuge der Philosophie.  

 

Mag. Dr. Ilse Somavilla: Derjenige, der nicht in der Zeit, sondern in der Gegenwart lebt, lebt in der Ewigkeit, so Wittgenstein – vorausgesetzt, dass man unter Ewigkeit nicht unendliche Zeitdauer, sondern Unzeitlichkeit versteht.“

 

Richtig: Der gegenwärtige Moment/Ewigkeit ist „Unzeitlichkeit“, ist nicht identisch mit Zeit oder Zeitdauer. Das ist kein „philosophischer“ Gedanke, sondern kann von jedem etwas wachen Menschen unmittelbar wahrgenommen oder erkannt werden.

 

Mag. Dr. Ilse Somavilla: der Glückliche aber nur im Gegenwärtigen lebt, konzentriert auf den Augenblick, offen für die vielfältigen Aspekte der ihn unmittelbar umgebenden Dinge – die "durch ihre Einfachheit und Alltäglichkeit“ verborgen sind“

 

Ja, anders  als in der Gegenwart  können Glück und (!) Unglück nun einmal nicht erfahren werden.

Nein, nicht "konzentriert auf den Augenblick". Da ist keine (An-) Spannung, keine Konzentration: Einfach nur im Moment  s e i n .

Ja, denn sind wir im augenblicklich Gegenwärtigen, sind wir "offen für die vielfältigen Aspekte der uns unmittelbar umgebenden Dinge". Das ist so.

Nein, da ist eben nichts verborgen; es ist alles offen sichtlich. Drum kann es ja so leicht übersehen werden. Jemand sagte mal:

 

"Wer Augen hat zu sehen, der sehe..."


Und er sagte nicht:
"Wer einen Kopf zum Denken hat, der denke."

 

Wenn wir total im Gegenwärtigen weilen, ist Gedankenlosigkeit.  

 

Mag. Dr. Ilse Somavilla: Das Merkmal des glücklichen Lebens könne kein physisches, sondern nur ein metaphysisches, ein transzendentes sein, schreibt Wittgenstein“

 

Ich vermute mal, dass Ludwig Wittgenstein nicht das profane Glück gemeint hat. Denn er war ja wohl nicht dumm und wusste, dass alles „Glück“ nur eine momentane, eine flüchtige Angelegenheit ist.

 

Er meinte vielleicht ein spirituelles Leben, in dem die Stille "zu spüren" ist, die Entspanntheit, die Zufriedenheit, der Einklang mit den Gegebenheiten, wie man es bei vielen Bewohnern von Klöstern rund um den Globus... auch während ihres Tuns beobachten kann. In Asien spricht man von "wei wu wei", von "tun durch nichttun".

 

Ludwig Wittgenstein: „Ethik und Ästhetik sind Eins.“

 

Ja.  Ohne wenn & aber.

 

Ludwig Wittgenstein: „Die Welt und das Leben sind Eins.“

 

Eine Feststellung. Die Formulierung des offen Sichtlichen.

 

Die eine Feststellung hat aber mit der anderen nichts zu tun. Da besteht keine Verbindung! Dass in den beiden Sätzen drei Wörter identisch sind, hat nichts zu bedeuten.

 

Mag. Dr. Ilse Somavilla: "Das glückliche Leben ist das gute Leben, ein ethisches Leben, ein Leben der Erkenntnis.

 

Wieso ist „das glückliche Leben“ (das es in dieser Form nicht gibt und nicht geben kann) „das gute Leben, ein ethisches Leben"?

 

Was hat eine Illusion wie "Glück" mit "Moral", mit einem Kodex zu tun?

 

"Das glückliche Leben ist ... ein Leben der Erkenntnis."

 

Wie soll das denn möglich sein? 

 

Man kann nicht einmal sagen, dass "ein Leben der Erkenntnis" (so etwas gibt es nicht!) ein glückliches ist, obwohl einige Erkenntnisse durchaus kurzzeitige Glücksgefühle auslösen können. Aber andere lösen auch anderes aus.

 

Dass das Philosophieren incl. sporadischer Einsichten auch Serotonin-fördernd wirken kann, will ich nicht bestreiten. – Nur sind das kurze Einsprengsel.

 

Dass ein Mensch höherer Geistiger Reife ein „gutes Leben“ führt und ganz selbstverständlich ein „ethisches“ (weil es ihm natürlicherweise entspricht) und ihm Erkenntnisse nicht fremd sind, dass dieser Zufriedenheit ausstrahlt, ist durchaus möglich.

 

Mag. Dr. Ilse Somavilla: Nicht nur an Schopenhauer, sondern auch an Spinoza sind Parallelen unübersehbar"

 

Ob zwischen den Äußerungen der Herren Wittgenstein, Schopenhauer und Spinoza zu diesem Thema Parallelen auszumachen sind oder nicht, ist doch wurscht: Das sagt nichts aus. Entscheidend ist, ob die jeweilige Aussage wahr ist. Und das kann nur jemand beantworten, der sich die besagte Situation selber… im Feld der Weisheit ansieht, der sie mit der ihm höchstmöglichen Form von Intelligenz betrachtet.

 

Sie zum Beispiel, Frau Dr. Somavilla, können diese Frage – ganz unabhängig von den Aussagen anderer dazu – beantworten.

 

Mag. Dr. Ilse Somavilla: Erkenntnis des wahren Seins durch Transzendierung von Raum und Zeit, in der Ausrichtung auf den Bereich „außerhalb der Welt der Tatsachen“, auf das Ewige.“

 

Das ist nicht so besonders, wie es auf den ersten Blick scheinen mag. Es ist ein Indiz für die Reife eines Menschen, wenn er sich nicht mehr von den „Automatismen“ des Körpers, der Psyche und des Verstandes binden lässt. Das praktizieren ebenfalls viele Nonnen und Mönche rund um den Globus: Sie lösen sich vom Materiellen (Eigentum / Besitz), vom Sex (keine Beziehungen), keine Familienbande, kein Ego (Gehorsam, nichts entscheiden müssen) und fast keine Tätigkeiten, die den intellektuellen Verstand beanspruchen.

 

Im Gegenteil: Haupt-Ausrichtung auf das Höchste und alle Tätigkeiten... in Präsenz, in Achtsamkeit.

 

Aber auch außerhalb der spirituellen Zentren leben Menschen, die den Anhaftungen nicht (mehr) gnadenlos ausgeliefert sind.

 

In Freude, Liebe, Dankbarkeit, Weisheit, Wahrheit und noch vielem anderen befinden wir uns... „außerhalb der Welt der Tatsachen“.

 

Mag. Dr. Ilse Somavilla: In seiner Anlehnung an Spinozas Betrachtung ... ist Wittgenstein vermutlich von Schopenhauer inspiriert worden, der sich ... ausdrücklich auf Spinoza beruft.

 

Der literarisch Vergleichende wird sehen wollen, „was ein anderer dazu sagt“, wird sich daran orientieren. Der Philosophierende wird das nicht tun.

 

Der Philosoph ist frei.

 

Der (wirkliche) Philosoph braucht sich an niemanden „anzulehnen“ und sich auf niemanden zu „berufen“. Er schöpft aus der eigenen Sicht auf die Dinge. Er steht auf eigenen Füßen.

 

Inspiration = ist nicht Umlenkung durch jemand 

anderen, sondern Auslösung eigener Betrachtung. 

 

Mag. Dr. Ilse Somavilla: beharrt Wittgenstein darauf, dass die Lösung des Rätsels des Lebens in Raum und Zeit außerhalb von Raum und Zeit, also im Ewigen, liege“ 

 

Was voraussetzt, dass es „außerhalb von Raum und Zeit, also im Ewigen“ ebenfalls unterscheidbare „Persönlichkeiten“ mit einem Verstand gibt, der für solch wunderliche Fragen ge-(oder miss-) braucht werden könnte.  

Wittgenstein: "Die Lösung des Rätsels des Lebens..."

 

Intellektuelle Probleme

entstehen, wenn der Verstand

feiert und die Intelligenz ausgeladen wurde.       

– Nirmalo J.Schröder

 

Es gibt Fragen, die generieren ein langjähriges unweisliches Daumenlutschen, welches per se nicht „philosophisch“ genannt werden kann. Sollte Ludwig Wittgenstein damit jedoch gemeint haben, dass uns solche kindlichen Fragen nichts angehen, ist ihm zuzustimmen.

 

Mag. Dr. Ilse Somavilla: In seinen Dialogen mit einem fiktiven Du versucht Wittgenstein, den Leser zum eigenen Denken anzuregen, dies durch aufmerksame Betrachtung der Phänomene bzw. Objekte seines Philosophierens.“

 

Ich habe diese Intention noch nicht entdeckt (lese aber auch nicht viel), aber wenn dem so ist, nutzt Ludwig Wittgenstein die Attitüde der Lehrer-Ebene (5). Das bedeutet, dass ihm die Philosophie nicht Selbstzweck, sondern Aufgabe ist. Er übernimmt Verantwortung.

 

Mag. Dr. Ilse Somavilla: Er sieht den Aspektwechsel, der gleichsam „aufleuchtet“.“

 

Frau Dr. Somavilla, Sie sprechen von ihm (Ludwig Wittgenstein) als hätte das, was Sie in diesem erweiterten Absatz sagen, nur etwas mit ihm (Ludwig Wittgenstein) zu tun, als wäre das seine Eigen-Art.

 

Hier wird das Feld „Wahrheit“ berührt: Gibt es nur eine Wahrheit oder mehrere – je nach Aspekt, je nach Facette, je nach Blickwinkel, unter dem wir etwas betrachten?

 

Es ist ein bedeutender Aspekt der (echten) Philosophie, die Dinge unter möglichst vielen Gesichtspunkten ansehen zu können. Diese Fähigkeit repräsentiert eine höhere Ebene der Geistigen Reife und betrifft uns alle, nicht nur den Herrn Wittgenstein. Unter anderem geht es hier um "Intelligentes Lesen".

 

Unter "intelligentem Lesen" verstehe ich eine Art "philosophisches Lesen", das mit dem "dialogischen Lesen" eine gewisse Ähnlichkeit hat und auch an die Lehrmethode des Sokrates erinnert. Nur, dass dieses Lesen keinen äußeren Partner braucht oder anders gesagt: Die uns innewohnende Weisheit bildet den Lesepartner.

 

Mag. Dr. Ilse Somavilla: Insofern als der Aspektwechsel ein Staunen hervorruft...“

 

Das kennen Sie selber aber doch sicher auch: Jede neue Einsicht, jede Erkenntnis ruft ein freudiges Staunen hervor, ein kleines „Heureka!“ 😳 Und das Gehirn... verteilt bunte Bonbons.

 

Mag. Dr. Ilse Somavilla: ...wird die Nähe zu einer ethischen Haltung deutlich: Staunen als Denken“

 

Weder/noch: Dieses Staunen hat nichts mit Ethik, nichts mit einer Moral und auch nichts mit dem Denken zu tun. "Das freudige Ereignis“ tritt in einem Moment des Nichtdenkens ein. Das erst darauf folgende Denken und „Einordnen“ ist ein „Nach“-Denken, eine Art Formatierung – mehr nicht.

 

Staunen liegt in seinem

Wert über dem Denken.

 

Mag. Dr. Ilse Somavilla: d.h. als ein nicht voneinander zu trennendes Denk- und Seherlebnis ist für Wittgensteins Philosophieren von unschätzbarer Bedeutung.“

 

Widerspruch: Denken und Sehen sind extrem verschieden! Sie haben nichts direkt miteinander zu tun. Gegen das (zunächst urteilsfreie) Sehen, also gegen das bewusste Wahrnehmen ist unser Denkvermögen, ist das Kognitive von äußerst geringer Bedeutung.

 

Und das betrifft nicht nur den Herrn Wittgenstein oder Sie, Frau Dr. Somavilla, oder die Philosophie, sondern uns alle.

 

Es ist nicht das Denken, welches das urteilsfreie Sehen begünstigt, sondern umgekehrt: Es ist die bewusste Wahrnehmung, die unser Denken befruchtet.

 

Das Kleinere wird durch das Größere erleuchtet.  

Das ist eine der Aufgaben der Philosophie: Das klare Unterscheiden von zu Unterscheidendem und das Verweisen darauf (– aber nur bei Relevanz und nicht als Selbstzweck).

 

Mag. Dr. Ilse Somavilla: keine Zeit, über andere Dinge nachzudenken, die den Betrachter sonst bewegen; im Augenblick der aufmerksamen Haltung gegenüber einem bestimmten Objekt existiert nur mehr dieses für ihn"

 

Beobachten Sie es selber: Wenn Sie in totaler Präsenz sind, wo ist das Denken? Beim Abwasch, zum Beispiel, oder dem Tun im Gar-ten. Und sehen Sie mal, wie gut Ihnen alles von der Hand geht ohne einen Gedanken zu denken!

 

Mag. Dr. Ilse Somavilla: es kommt nahezu zu einer Art Verschmelzung, wie sie Schopenhauer in der ästhetischen Kontemplation beschrieben hat

 

Es ist egal, wie der Arthur das beschrieben hat. Jeder beschreibt Erlebtes etwas anders. Sie werden Ihre eigenen Worte finden.

 

 

Im Gegenwärtigen leben

s

 

Mag. Dr. Ilse Somavilla: eine kontemplative Schau, ein mystisches Sich-Versenken in der Anschauung des Objekts handelt, im anderen um ein bewegtes Eingehen auf die Gegenstände der Betrachtung.“

 

Es geht hier nicht um irgendein Objekt (Ofen), sondern um den Geisteszustand des Betrachters.

 

Die Formulierung suggeriert, die genannte Situation sei etwas Besonderes (mystisches). Ist es nicht. Diese „Zustände“ kennt jeder von uns. So wie schon mal jeder sein Atmen beobachtet hat, kennt auch jeder, wie er gelegentlich in seine Mitte sinkt. Das Äußere ist dann nur noch eine Art weichgezeichneter Film – in Distanz.

 

Wir erinnern solche Situationen deshalb fast nie, weil sie dem Verstand als zu banal, als zu unwichtig, als zu unspektakulär erscheinen.

 

Meditierenden sind sie vertraut.

 

Mag. Dr. Ilse Somavilla: „...gemäß der individuellen Sicht des Betrachters, seiner Art, die Dinge so oder so zu sehen – je nach Perspektive.“

 

Perspektive  ist es nicht allein.

Sie ist nur ein Aspekt von vielen.

 

Mag. Dr. Ilse Somavilla: So mag einem die Zeichnung eines Hasenkopfes einmal als Hasen-, ein anderes Mal als Entenkopf erscheinen, die Illustration eines Glaswürfels einmal als Drahtgestell, dann wieder als umgestülpte offene Kiste.“

 

Ein Beispiel dafür, dass die Welt nicht eine einzige objektive ist, sondern auf vielfältige Weise (für) wahr genommen wird.

 

Ihr Beispiel zeigt es nur deutlich: Je nach unserer Konditionierung, hat sich der nicht-intellektuelle Teil des Verstandes in weniger als einem Augenblick für eine der möglichen Deutungen entschieden. Viel schneller, als es dem Intellekt möglich wäre. Und das geschieht ständig..., während wir sehen.

 

Ergo: So lange wir keinen Abstand zum Verstand entwickeln, glauben wir, die Welt und das Geschehen wäre tatsächlich genau so, wie wir es zu sehen glauben.

 

Mit der Äußerung, dass die „Welt des Glücklichen eine andere als die des Unglücklichen“ (TLP, 6.43) sei, verweist Wittgenstein vermutlich u.a. auf den Unterschied zwischen dem, im Geistigen lebenden bzw. philosophierenden wie auch künstlerischen Menschen und dem, in Zeit und Raum lebenden und dabei auf persönliche Probleme konzentrierten Menschen, der sich von seinem persönlichen Ich mit seinen Wünschen und Nöten nicht lösen kann, daher auch unfähig bleibt, um so im Gegenwärtigen zu leben, dass er in der Betrachtung eines vor ihm unmittelbar befindlichen Phänomens sich zu vergessen vermag.“ 

– Mag. Dr. Ilse Somavilla

   

Mag. Dr. Ilse Somavilla: den Unterschied zwischen dem, im Geistigen lebenden bzw. philosophierenden wie auch künstlerischen Menschen und dem, in Zeit und Raum lebenden“

 

Ob Intellektueller, Künstler oder Normal-Mensch: Das macht keinen Unterschied... im Erleben der Welt im Glück oder im Unglück. 

 

Mag. Dr. Ilse Somavilla: und dabei auf persönliche Probleme konzentrierten Menschen, der sich von seinem persönlichen Ich mit seinen Wünschen und Nöten nicht lösen kann,“

 

Auch das Problem der inneren Distanz vom Ego... ist keine Frage der „geistigen Klasse“. 

 

Mag. Dr. Ilse Somavilla: „daher auch unfähig bleibt, um so im Gegenwärtigen zu leben“

 

Die Fähigkeit, im Gegenwärtigen zu leben, ist eine Frage der Bewusstheit, aber...

 

Bewusstheit ist keine Frage von Schicht oder Bildung!

 

Die Herausforderung, „im Gegenwärtigen zu leben“, ist für den Akademiker exakt die selbe, wie für den Nicht-Intellektuellen.

 

Oder würden Sie wirklich sagen wollen, dass der "philosophierende Mensch" nicht "in Zeit und Raum lebt", dass er sich nicht "auf persönliche Probleme konzentriert" und dass solcher Art Mensch – im Gegensatz zu den übrigen – sich nach Belieben "von seinem persönlichen "ich" mit seinen Wünschen und Nöten lösen kann"?

 

Angenommen, Sie würden das nicht sagen wollen: Warum hätte der Herr Wittgenstein das gemeint haben können sollen?

 

Und... Gibt es ein unpersönliches "ich"? 

 

Ludwig Wittgenstein: „Die Welt des Glücklichen ist eine andere als die des Unglücklichen.“

 

Schon möglich. 🤗 Nur gilt das Beispiel nicht nur für das Genannte, denn: 

Die Welt eines (beliebig ausgewählten) Menschen ist eine andere als die jedes (!) anderen.

 

Ohne Ausnahme. Es gibt keine zwei gleiche Welten.

 

Zweitens haben wir hier das kleine Problem, dass es (zumindest) „den Glücklichen“ gar nicht gibt, denn beide „Zustände“,

 

Glück & Unglück = sind zugeordnete

und bewertende temporäre Empfindungen.

 

Wobei sich das Erleben von „unglücklich-sein“ meistens etwas länger hält als das des „glücklich-sein“. 😉

 

Mag. Dr. Ilse Somavilla: dass er in der Betrachtung eines vor ihm unmittelbar befindlichen Phänomens sich zu vergessen vermag.“

 

Sie meinen vermutlich: „...zu seinem Problem einen gewissen Abstand wahren kann“? Denn „sich zu vergessen“ kann es ja nicht sein, weil „im Gegenwärtigen leben“ und „sich zu vergessen“, sich gegenseitig ausschließen.

 

Im Gegenwärtigen zu leben bedeutet: Wach, aufmerksam, bewusst zu leben und nicht: Schlafwandlerisch in vertrauten Gedanken-Konstrukten dümpeln.

  

 

 Philosophie als Referenz

 

 

1. Literatur-Konsum (welcher Art auch immer) ist nicht (!) Philosophie. Literatur-Vergleiche ebenso wenig. Selbst wenn es denn mal so etwas wie ein Koryphäe im Feld der Philosophie gegeben haben sollte: Sie hat uns heute... nichts (mehr) zu sagen. Zitate der Alten sollten wir nur dann anführen, wenn sie auf irgend eine Weise eine Bereicherung oder eine Erhellung darstellen – ansonsten gehören sie in die Gruft. Denn das Wahrnehmen und Denken... müssen wir heute gefälligst selber übernehmen.

 

2. Wer auch immer sich auf die Philosophie beruft, wer auch immer glaubt, sie repräsentieren zu können oder zu wollen, muss sich an ihrem Namen messen lassen, nämlich an der... Liebe zur Weisheit

 

Alles unter diesem Niveau, alles unter diesem Anspruch... ist nicht Philosophie!

 

 

Studium der Philosophie ?

 

 

Kann es sein, dass das Studium der Philosophie in erster Linie aus der Frage besteht: "Wie schaffe ich es, mich schnellstens für 99,99% der Mitmenschen unverständlich zu machen?"

 

Das wäre allerdings ein Missbrauch an der Bedeutung des Namens "Philosophie", denn:

 

Weisheit ist einfach.

 

Der einzige Grund für Unverständlichkeit in der Philosophie darf sein, wenn es um Genauigkeit geht, um Exaktheit, um Differenzierung. Das natürlich nicht absichtlich, sondern nur, wenn und weil es unvermeidlich ist. Denn kompliziert und unverständlich ist nur die akademische Sprache, besonders die der Logik, aber nicht die Weisheit selbst.

 

Die Weisheit selbst...

ist nicht akademisch.

 

Büchern kann man sich akademisch nähern, der Weisheit nicht – außer, man will sie vorsätzlich verfehlen. Den Ideen anderer Leute kann man sich akademisch nähern, aber nicht der Weisheit.

 

In der philosophischen Fakultät scheint sie fast unerwünscht zu sein, die Weisheit, zumindest ist das Wort... mit einer Art Scham belegt, so als wäre die Liebe zur Weisheit etwas Unanständiges. 

 

Das ist ein bisschen so, wie wenn sich die Mediziner vor dem Wort „Heilung“ fürchten.

 

Wer Philosophie als intellektuelle Arbeit versteht, hat die Philosophie noch nicht verstanden.

 

 

Zustandsbewertung

 

 

Profession und Option der Philosophie sind mit Heilung verwandt.

 

Der Philosoph ist ein Heiler. Eigentlich.

 

So, wie der Chirurg die Probleme des Menschen auf der physischen Ebene angeht, so geht der Philosoph die Probleme des Menschen oder die einer Gesellschaft auf der mentalen Ebene an – wenn es gut läuft.

 

Wenn sich die Chirurgen aber vordergründig um Methoden und Aussagen streiten, Symposien abhalten und Bücher herausgeben, vorzugsweise um ihr Ego zu polieren, statt sich um die Heilung der Physis der Menschen zu kümmern, ist etwas schief gelaufen.

 

Das skizziert in etwa den Zustand der heutigen Philosophie:

 

Die

Philosophie

ist zur intellektuellen

Selbstbefriedigung pervertiert. 

 

Sie interessiert sich nicht für die akuten Probleme der Gesellschaft, was ihre Aufgabe ist, sondern nur noch für sich selbst. Die wenigen Ausnahmen in ihren Reihen bestätigen die Zustandsbewertung.

  

 

Die Liebe. . .

 

 

Philosophie heißt wörtlich übersetzt:

 

Die Liebe zur Weisheit.

 

"Die Liebe zur..." heißt hier aber nicht, aus moralischen Gründen, auf Grund eines Kodex, aufgrund eines Studiums der Ethik. Auch nicht, weil der Philosophierende ein besonders guter Mensch ist, sich einen Namen machen oder Anerkennung will (Ego) oder aus Gründen von „guter Erziehung“ (Charakter), des Blutes (Adel) oder weil er „aus gutem Hause“ stammt und auch nicht wegen seiner Konditionierung, seiner Sozialisierung oder seiner Bildung.

 

Diese Liebe ist einfach da. Vielleicht kann man von einem höheren Grad (6) an Geistiger Reife sprechen. Es gibt Menschen, die haben einfach diese Liebe zur Weisheit – etwas anderes kommt für sie gar nicht in Frage. Es handelt sich um eine kleine Gruppe... vereinzelter Menschen.

 Geistige Reife

Was ist Philosophie?

  

Philosoph... kann (nur) genannt werden, wer bereit ist, sich ausschließlich auf seinem höchstmöglichen Niveau zu äußern. Nicht im Feld gewandter Rhetorik, nicht akademisch kodiert, nicht Literatur vergleichend, auch nicht Andere als Beleg heranziehend, sondern geistig autonom und nur an der Wahrheit orientiert und nur dieser verpflichtet.