Vertrauen
"Menschen, die einander ohne tatsächlich klaren Grund nicht trauen, trauen sich selber nicht."
– Friedrich Theodor Vischer
Wer sich selbst nicht
TRAUT
auch keinem anderen über´n Weg.
Wer sich aber selbst radikal genau und wertfrei beobachtet, braucht niemand anderen mehr "einschätzen", „abschätzen“ oder "kennen" müssen, denn es gibt gar keinen Fremden auf diesem Globus. Ein paar Konditionierungen und Marotten mögen den einen Bruder vom anderen in Nuancen unterscheiden, aber...
Wir alle
zusammen sind
...eine einzige Familie.
Nur der Verstand schafft und betont die kleinen Unterschiede – an der Peripherie, aber Herz, Mitgefühl und Vertrauen... lassen die Unterschiede schmelzen.
Vertrauen ist eine Oase im Herzen,
die von der Karawane des Denkens
nie erreicht wird. – Khalil Gibran
Der Verstand versteht nun mal nichts von Vertrauen, der baut viel lieber auf Mißtrauen, Abgrenzung und "Sicherheit".
Angst - oder - Liebe
Wir haben zwei Möglichkeiten, unser Leben zu leben.
Entweder, wir lassen uns durch die Angst regieren, mit dem Motto: "Das Leben ist ein Kampf"...
Dann suchen wir nach allen Möglichkeiten der Sicherung.
Wir errichten eine Wagenburg an Absicherung um uns herum: Vom Airbag über alle Arten von Versicherungen, Polster in Form von prall gefüllten Bankkonten, bis hin zu Schließanlagen...
Auf diese Weise verengen wir unseren Horizont, sind völlig Ego-zentriert und alles ist nur noch anstrengend und schwer, so schwer wie der Safe, den wir dann auch noch dringend brauchen.
Und wir sind mißtrauisch, liegen ständig auf der Lauer, immer gewappnet gegen vermeintliche Angriffe auf unsere Existenz.
Unser ganzes Denken rotiert um Sicherheit und Geldvermehrung.
Eigentlich...
ein arm-seliges Leben.
Oder - und das wäre die Alternative - wir führen ein Vertrauen-volles Leben, in dem wir uns auch anderen öffnen und sogar Liebe fließen lassen können.
Das ist aber ein leicht-sinniges Leben, eines, in dem die Freude ihren Platz findet. Die Freude am Sein, die Freude am Tun, die Freude, zu teilen.
Und die Stille...
Vertrauen / Kontrolle
Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.
― Wladimir I. Lenin
Das sagt der Machtpolitiker. Ihm ist Kontrolle das Wichtigste. Denn die Wurzel des Bedürfnisses nach Kontrolle... ist Angst.
Jemand sagt: "ich verschenke mein Vertrauen gern. Nur an Leute nicht, die – nachweislich! – lügen und betrügen"
Auf diese Weise vertraust du nicht, sondern bist auf Sicherheit aus.
• Vertrauen... gründet auf Liebe.
• Sicherheit... gründet auf Angst.
Und: Vertrauen können wir nicht verschenken.
Verschenken können wir etwas, das wir zunächst haben. Vertrauen können wir aber nicht „haben“ (obwohl es gelegentlich so formuliert wird). Vertrauen ist nichts, was wir in Besitz nehmen
könnten.
Was wir vermögen, ist: Wir können uns im Vertrauen befinden.
Wenn du einem nachgewiesenen Dieb dein
Erspartes anvertraust, bist du im Vertrauen.
Ich würde lieber Geld...
verlieren als Vertrauen.
― Robert Bosch
Die Weisheit kann Bedeutendes von
nicht Bedeutendem unterscheiden.
Weisheit kann das Kleinere
dem Größeren unterordnen.
Beobachtung
- Beobachte, wie er handelt,
- Betrachte seine Motive und
- Untersuche, worin er seine Ruhe findet.
Wie könnte ein Mensch dir dann noch etwas verbergen?
...fragt Konfuzius
Vertrauen in Technik ?
Wir brauchen niemanden "kennen", um vertrauen zu können, nicht mal uns selbst.
Wir können jederzeit vertrauen.
Einfach vertrauen, voraussetzungslos vertrauen.
Wer erst jemanden "kennen" muß,
will "Sicherheit". Eben... weil er nicht vertraut.
Maria: „Ja, leider habe ich wenig Vertrauen in die Technik bzw. zu denen, die für das Funktionieren der Seilbahn verantwortlich sind.“
Ja, der Technik kann man nicht „vertrauen“, sie kann nur funktionieren - oder nicht. Sie ist nicht frei, kann nicht entscheiden.
Technik kann Vertrauen also auch nicht „mißbrauchen“, das geht halt nicht.
Aber wir können der Existenz vertrauen, oder - je nach dem - Gott, Allah..., denn:
Wir können
in keinen Abgrund fallen;
außer in den der Hände Gottes.
~ Friedrich Nietzsche ~
Tiefer geht´s nicht. Wenn die Filmspule reißt, wachen wir auf. Das ist alles.
Ein Bergsteiger rutscht plötzlich ab und kann sich mit den Fingern gerade noch an einem winzigen Felsvorsprung festhalten.
Als seine Kräfte nachlassen, blickt er verzweifelt gen Himmel und ruft: "Iist daa jeemaand?"
"Ja", schallt es aus den Höhen.
Der Mann in seiner Not: "Waas sooll iich tuun?"
Die donnernde Antwort: "Sprich ein Gebet und laß los."
Der Bergsteiger nach kurzer Pause: "Ist daa nooch jeemaand?"
Beten
Beten ist abgeben, ist loslassen.
Beten ist vertrauen...
in eine höhere Ebene, als der uns sichtbaren.
Vertrauen
Vertrauen ist eine der wichtigsten Brücken, die uns Menschen zur Verfügung steht – Brücke zwischen Menschen, Brücke zwischen Menschen und der Existenz und Brücke des einzelnen Menschen zu sich selbst und seinem Körper.
Hier beginnt die Übung des Vertrauens.
Oft begegnen mir Menschen, die ständig versuchen ihren Körper mit dem Verstand zu kontrollieren, die ständig nachprüfen, ob der Körper richtig arbeitet. Sie haben offensichtlich wenig Vertrauen in die Weisheit der Natur, die in ihrem Körper wirkt. Diese Kontrolle führt jedoch nicht zu mehr Gesundheit sondern zu mehr Krankheit und dazu noch zu ständigen Sorgen.
Es ist so wichtig, solchen Menschen Vertrauen in ihren Körper und in sich selbst einzuflößen, denn der Körper funktioniert am Besten, wenn man ihn seine Arbeit ungestört verrichten lässt.
Genauso ist es mit dem Vertrauen zu unseren Fähigkeiten,
zu unserem Wesen, mit dem Vertrauen in andere Menschen
und dem Vertrauen in die Existenz.
Vertrauen heilt und hilft auf allen Ebenen.
― Autor
derzeit noch unbekannt
Es gibt keine Fremden
Im TV sah ich mal eine junge Familie, die eine längere Zeit auf dem Segelboot verbracht hatte. Das jüngste Kind kannte bis dato nahezu nur das Wasser: Es war auf dem Boot geboren worden. Den Schulunterricht übernahmen die Eltern und jedes Familienmitglied bediente mal die Kamera.
Eines Tages legten sie an einer fremden Südsee-Insel an. Auf ihr lebte ein der Familie unbekannter Stamm von Menschen in den einfachsten Verhältnissen.
Die weißen Eltern setzten sich zu den Erwachsenen vor die große Hütte ans Feuer und die Jugendlichen des Dorfes nahmen die weißen Kinder mit in den Urwald.
Nach ein paar Tagen verabschiedete sich die deutsche Familie wieder. Alle, die Einheimischen, wie die Gäste saßen rundherum im Kreis rücklings an der „Wand“ der Hütte und weinten gemeinsam still vor sich hin.
Wenn Sprache nicht möglich ist,
rückt der Blick auf das Wesentliche.